Effizienz und Qualität in klinischen Abläufen durch Interoperabilität nachhaltig steigern

Personelle Engpässe, hohe Arbeitsbelastung und großer Dokumentationsaufwand belasten den klinischen Alltag und die klinischen Arbeitsabläufe (Workflows). Erschwerend bestehen an vielen Stellen Medienbrüche zwischen den verwendeten Systemen. Diese Medienbrüche sorgen für Reibungsverluste in den klinischen Abläufen und führen zu einer schlechteren bzw. verzögerten Informationslage mit Blick auf Patientinnen und Patienten. Das hat Auswirkungen auf Effizienz, kann auf Behandlungsqualität wirken und in Ausnahmen auch Effekte auf die Patientensicherheit haben.

Patientenwohl und Mitarbeitendenwohl sollten im Mittelpunkt klinischer Abläufe stehen. Entsprechend sollten auch klinische Workflows auf integrativen, relevanten und nicht verzögerten Datenflüssen aufbauen, angemessen gestaltet werden und Menschen optimal unterstützen. Das ist das Ziel unseres Leistungsangebots. 

Situation in Kliniken mit Blick auf Daten

Die oben beschriebenen Probleme im Bereich Datentransfer liegen ursächlich in zu geringer oder nicht vorhandener Interoperabilität zwischen den Workflow-unterstützenden IT-Systemen. Dies gilt insbesondere dann, wenn verschiedene Stationen oder Funktionseinheiten und deren eingesetzte IT-Systeme in Abläufe involviert sind. Nur auf Basis einer vollständigen Datenlage zu Patienten können Abläufe mit maximaler Effizienz, Effektivität, Qualität und Sicherheit für zu behandelnde Personen und Mitarbeitende garantiert werden.

Eine Möglichkeit ist der Einsatz einer Interoperabilitätsplattform (IOP), die mittels Kommunikationsserver und Daten-Repository (z. B. HL7 FHIR) Daten aus verschiedenen Quellsystemen in annähernd Echtzeit integriert, austauschbar und für klinische Workflows nutzbar macht. Solch eine Plattform erleichtert die Nutzung von Daten aus verschiedenen Bereichen (Stationen, Funktionsbereiche) einer Klinik in einem integrierten klinischen Workflow. 

Interoperabilität im Krankenhaus
© Fraunhofer IESE
KIS= Krankenhausinformationssystem, ICMS= Intensivversorungs-Managment-System, LIS= Laborinformationssystem

Auch ohne Interoperabilitätsplattform ist eine gezielte Nutzung von Daten aus verschiedenen Quellsystemen anwendungs- und workflowbezogen möglich.

Anwendungsfälle für interoperabilitätsbasierte klinische Workflows

Datenflussprobleme treten häufig zwischen Stationen oder Funktionseinheiten auf. Diese können sich in Form von Verzögerungen von Informationen, Mehrfacharbeit, Stressbelastung bis in seltenen Fällen hin zur Patientensicherheit negativ auswirken.
 

Typische Problemstellungen für die Verbesserung von klinischen Workflows auf Basis von Daten und Interoperabilität:
 

  • Verlegung von Patienten zwischen Stationen, insbesondere wenn die Stationen mit verschiedenen Systemen betrieben werden, z.B. Notaufnahme, Intensivstation, Normalstation
  • Umfassender diagnostischer Überblick über eine zu behandelnde Person entlang des gesamten bisherigen Patientenpfades in der Klinik
  • Longitudinaler Überblick über alle Diagnosen und Analysen über multiple Fall-IDs (stationäre und ambulante Aufenthalte) von Patienten

 

Anwendungsfälle von klinischen Workflows
© Fraunhofer IESE

Beispiel einer Anwendung, die interoperabel auf Daten verschiedener Stationen zugreifen kann. Auf den Screens der Anwendung werden Daten aus dem System der Intensivstation inkl. Medikation mit Daten aus Normalstation integriert, auf die ein Patient kurz zuvor von der Intensivstation verlegt wurde. Zudem wird die gesamte Bettenbelegung der Normalstation und je Patient der individuelle Stationspfad gezeigt. Die Übersicht bietet Ärzten und Pflegern einen kompakten, schnellen, zusammenfassenden und informativen Überblick über kritische und wichtige Informationen zu einem neu verlegten Patienten – das steigert die Effizienz der Informationsgewinnung erheblich und durch das vollständigere Bild des Patienten auch Qualität von therapeutischen und pflegerischen Entscheidungen.

Unser Angebot – unsere Leistungen

Wir unterstützen Ihre Klinik bei der Verbesserung klinischer Workflows auf der Grundlage von innovativer Datennutzung durch Interoperabilität zwischen klinischen Systemen – mit oder ohne Interoperabilitätsplattform. Durch gezielte Konzeption und Umsetzung von datenbasierten klinischen Workflows integrieren wir Daten aus den für den jeweiligen Ablauf relevanten Systemen und machen sie nutzbar. So können Effizienz, Qualität und Patientensicherheit in klinischen Workflows deutlich verbessert werden.

Der typische Ablauf solcher Projekte setzt sich aus verschiedenen, zielgerichteten Schritten zusammen. Der genaue Ablauf ist immer maßgeschneidert passend zur Situation.

Daran arbeiten wir für Sie ...

Das sind die Resultate ...

Erste Erhebung und Analyse klinischer Workflows zur Identifikation von Optimierungsbedarfen und -potenzialen in enger Abstimmung mit jeweiligen Stakeholdern.

  • Priorisierte Liste von Workflows zur weiteren Analyse und Optimierung (z.B. hinsichtlich konkreten Nutzens und Kritikalität)

Erhebung und Analyse der klinischen Systeme mit Relevanz bzgl. der erhobenen Workflows, detaillierte Ableitung der IT-Landschaft im IST-Stand

  • Architekturelle Ausgangslage
  • Relevante und fehlende Schnittstellen
  • Bewertung der Interoperabilität

Detaillierte Analyse der betroffenen Workflows und Konzeption der Verbesserungen (Ablauf, Anforderungen, IT-Lösung) in Form von Interviews, Workshops oder Hospitation

  • Interaktions- und visuelles Design der Anwendungen
  • Beschreibung der Use Cases bzw. User Stories der Anwendung

Architekturentwicklung

  • Architektur der Anwendung und Schnittstellen zu klinischen Systemen und IOP
  • Beschreibung der Use Cases bzw. User Stories der Anwendung

Entwicklung einer prototypischen IT-Lösungen oder eines MVP

  • klick- und nutzbarer Prototyp oder MVP

Aufsetzen eines Servers (im Bedarfsfall) als Teil einer Interoperabilitätsplattform (IOP), z.B. mit HL7 FHIR Datenformat

  • Lauffähiger IOP Server für Entwicklungs- und Testzwecke, wahlweise in der Klinikumgebung, der Cloud oder im Fraunhofer IESE, z.B. HAPI FHIR-Server

Umfassende Evaluierung der Konzeption und prototypischer Umsetzung hinsichtlich der Projektziele (u.a. technische Machbarkeit, User Experience)

  • Bewertung des Prototyps oder MVP in Aspekten Effizienz, Bedienbarkeit, etc.

Unterstützung bei der Integration in die klinische Systemlandschaft

  • Integrierte Interopabilitäts- bzw. Workflow Lösung für die ausgewählten klinischen Workflows

Ihr Interesse ist geweckt?

Sie möchten Ihre klinischen Workflows durch gezielte Innovation im Bereich Datendurchgängigkeit auf ein neues Level hin zu mehr Effizienz, Effektivität und Qualität heben? Sie möchten mehr über unsere Leistungen im Bereich klinische Workflows und Interoperabilität erfahren? Dann nehmen Sie gerne Kontakt auf! Wir freuen uns darauf, Ihre Problemstellungen mit Ihnen zu diskutieren und Lösungswege aufzuzeigen.

 

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